Bayreuth: Markgräfliches Opernhaus als Weltkulturerbe anerkannt

Kultur

01.07.2012 Autor: Kategorie: Panorama

Markgräfliches Opernhaus in der Wagnerstadt Bayreuth gehört jetzt zum UNESCO-Welterbe. Das Welterbekomitee der UNESCO hat das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth als Weltkulturerbe anerkannt. Das Welterbe-Komitee, dem Experten aus 21 Ländern angehören, traf die Entscheidung auf seiner 36. Tagung in St. Petersburg mit großer Mehrheit.

Das Komitee würdigte das Opernhaus als “einzigartiges Monument der europäischen Fest- und Musikkultur des Barock”. Das Opernhaus gilt als eines der bedeutendsten und besterhaltenen Beispiele höfischer Opernhausarchitektur. Es sei eines der wichtigsten architektonischen Zeugnisse der absolutistischen Gesellschaft im 18. Jahrhundert und in seiner ursprünglichen Form und Gestalt unverändert erhalten, hieß es weiter.

Im Auftrag von Marktgräfin Wilhelmine, der Lieblingsschwester des Preußenkönigs Friedrich II., wurde die Oper in der oberfränkischen Stadt in nur vier Jahren Bauzeit im Jahr 1748 fertig gestellt. Das Gebäude wurde von Joseph Saint-Pierre entworfen. Das innere des Opernhauses ist im Stil des italienischen Spätbarocks gehalten und wurde vom damals europaweit führenden Theaterarchitekten Giuseppe Galli-Bibiena gestaltet.

Derzeit wird das barocke Kleinod in der Wagnerstadt für knapp 19 Millionen Euro restauriert. Die Sanierung soll etwa vier Jahre dauern. Besucher können noch bis Ende September 2012 das Markgräfliche Opernhaus besichtigen.

Weltweit hat die UNESCO über 900 Kultur- und Naturstätten als Welterbe anerkannt. Insgesamt stehen aus Deutschland jetzt mit dem Markgräflichen Opernhaus 37 Welterbe-Stätten auf der Liste. 1978 wurde der Aachener Dom als erstes Kulturerbe aufgenommen. Den Sprung auf die Liste schafften unter anderem auch im Jahr 1996 die Bauhaus-Stätten in Dessau und Weimar sowie im Jahr 2008 die Wohnsiedlungen der Berliner Moderne.