EU-Kreditrichtlinie für Wohnimmobilien auf der Zielgeraden

Brüssel

07.06.2012 Autor: Kategorie: Immobilien Nachrichten

EU-Kreditrichtlinie für Wohnimmobilien auf der Zielgeraden

EU-Kreditrichtlinie für Wohnimmobilien auf der Zielgeraden / Foto: (c) U. Koch

Gute Nachricht für deutsche Eigenheimkäufer: Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Brüssel auf der Zielgeraden – Europäisches Parlament lässt Produktvielfalt unangetastet. Der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments (ECON) hat  am Donnerstag nach  langer Kompromisssuche Stellung genommen zum Entwurf der Europäischen Kommission  über eine europäische Richtlinie zu Wohnimmobilienkreditverträgen. Darin geht es u. a. um  qualitative Anforderungen an  beratende  Bankmitarbeiter,  vorvertragliche Informationspflichten und eine Vereinheitlichung bei der Berechnung des effektiven Jahreszinses. Es ist  gelungen, eine große Anzahl Abgeordnete für die deutsche Langfristkultur und dem  Festzinskredit zu mobilisieren.

Es  konnte insbesondere durchgesetzt werden, dass die  Mitgliedsstaaten  bei der Ausgestaltung des Rückzahlungsregimes von Festzinskrediten  einen angemessenen Ermessensspielraum behalten. „Das ist eine gute Nachricht für deutsche Eigenheimkäufer.  Damit  hat der ECON den  deutschen Verbrauchern  ihre  Wahlfreiheit  bei der Finanzierung belassen. Ihnen  bleiben  Planbarkeit und  wirtschaftliche Sicherheit bei der Immobilienfinanzierung erhalten“, so  Wolfgang Kälberer, Leiter des Brüsseler Büros des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken  (vdp).

„Die Entscheidung ist ein wichtiges Signal für den Erhalt des bewährten Festzinses in  Deutschland.“ „Wir haben heute im ECON-Ausschuss die Position des IMCO-Ausschusses bestätigt,  wonach durch eine europäische Harmonisierung auf diesem Gebiet die Stabilität auf den  Hypothekenmärkten in Europa erhöht werden kann, gleichzeitig aber auch bereits effiziente  und gut funktionierende Hypothekenmärkte nicht beeinträchtigt werden dürfen“, so der  Europa-Parlamentarier Dr. Andreas Schwab, federführender Berichterstatter des  Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz im Europäischen Parlament nach den  gemeinsamen erfolgreichen Verhandlungen mit dem ECON-Ausschuss. „Deutschland ist von den Turbulenzen, die andere Immobilienmärkte erlebt haben und zum  Teil noch erleben, weitestgehend verschont geblieben“, so Kälberer in Brüssel.

Dafür gebe  es viele Gründe, aber ein wesentlicher Grund sei die stabilisierende  Funktion  der  langfristigen Immobilienfinanzierung. „Darlehen zum langjährigen Festzins geben nicht nur  den Verbrauchern für die Dauer der Zinsfestschreibung Planungssicherheit, sie sind auch  gut für den Immobilienmarkt als Ganzen.“ In den nächsten Monaten werden in Brüssel die  sogenannten Trilog-Gespräche zwischen  Rat, Parlament und Kommission geführt. „Es ist  zu hoffen, dass die Linie des ECON  im  weiteren politischen Prozess Bestand haben wird“, so Kälberer abschließend.