Görtz will 30 Filialen in Deutschland dicht machen

Unternehmen

15.07.2012 Autor: Kategorie: Schlagzeilen

Schuhhändler Görtz konzentriert sich auf profitables Kerngeschäft Vertriebskonzepte und Filialnetz auf dem Prüfstand. Die Ludwig Görtz GmbH konzentriert sich künftig auf ihr profitables Kerngeschäft. Im Rahmen eines umfassenden Restrukturierungskonzepts stellt das Hamburger Traditionsunternehmen Vertriebskonzepte, Filialnetz sowie Verwaltung und Logistik auf den Prüfstand. Görtz soll so zügig in die Gewinnzone zurückkehren und langfristig wieder als führende nationale Schuhhandelsmarke im Qualitätssegment positioniert werden.

Das von den Geschäftsführern Thorsten Hermelink, Christian Moritz und Jörn Peters initiierte Programm wird sich voraussichtlich über die nächsten 24 Monate erstrecken, wobei bereits 2013 positive Ergebnisbeiträge zu erwarten sein sollen. Zielsetzung ist es, die Leistungsfähigkeit und Rentabilität des Hamburger Schuhfilialisten zu sichern. „Görtz ist seit jeher eine starke Marke mit hoher Kundenbindung und exzellenten Mitarbeitern. Mit dem Wissen um diese Erfolgsfaktoren stellen wir uns den massiven Veränderungen im klassischen Schuh-Fachhandel “, sagte Thorsten Hermelink, Geschäftsführer Einkauf.

Das Maßnahmenpaket wurde den Mitarbeitern am vergangenen Donnerstag auf einer internen Betriebsversammlung in Hamburg erläutert und beinhaltet im Wesentlichen eine Stärkung der Qualitätspositionierung der Schuhkette durch Bereinigung des Sortiments und Ausbau der Markenkompetenz im gehobenen Segment. Die Repositionierung der Trendlinie Görtz 17 durch Heranführung an den Görtz-Markenkern, auch im Hinblick auf Standorte, Shop-Gestaltung und Sortimente.

Das deutsche Filialnetz soll um etwa 30 von insgesamt 260 Standorten der Unternehmensgruppe in Abhängigkeit von mietvertraglichen Gegebenheiten im Zeitraum von 2012 bis 2014 verkleinert werden. Das werden vor allem Görtz 17-Stores aus älteren Ladenbaugenerationen und kleinere Görtz-Filialen in betriebswirtschaftlich nicht mehr rentablen Lagen sein. Mitarbeiter der betroffenen Filialen werden mehrheitlich in den bestehenden Filialen in Deutschland übernommen. Zehn bereits vereinbarte Neueröffnungen soll es bis 2014 geben.

Auche eine Verschlankung der Zentralorganisation in Hamburg steht auf dem Plan. Konkrete Eckdaten dazu wollen Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter in den nächsten Wochen verhandeln.„Wir erkennen die Notwendigkeit von Einsparungsmaßnahmen. Aber wir setzen uns entschieden dafür ein, dass die Lasten über alle Hierarchie-Ebenen angemessen verteilt werden und zukunftssichernde Maßnahmen mit Augenmaß, sozialverträglich und auf Basis der gewachsenen Görtz-Kultur erfolgen“, sagte Joachim Martens, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates zum aktuellen Verhandlungsstand.

Christian Moritz, Geschäftsführer Vertrieb, sagte: „Wir wollen die Position als Marktführer im qualitativ hochwertigen Schuhhandel in Deutschland festigen. Dabei setzen wir auf die kanalspezifische Optimierung der Vertriebskonzepte stationär und online sowie auf eine sinnvolle kundenausgerichtete Verzahnung der Mehrkanalaufstellung von Görtz.“