Immobilienklima trotzt dem Trend – Im Juni nur leicht rückläufig, Wohnsegment wieder im Aufwind. Die Schuldenkrise in der Euro-Zone geht dieser Tage in die nächste Runde. Nach Spanien, Irland, Portugal und Griechenland ist nun auch das tief in der Rezession steckende Zypern auf finanzielle Unterstützung aus den Euro-Rettungsschirmen angewiesen. Die nicht enden wollenden negativen Nachrichten aus einigen krisengeschwächten europäischen Ländern beeinflussen auch die deutsche Wirtschaft immer mehr. Die Experten der 54. Monatsbefragung des Deutsche Hypo Immobilienkonjunktur-Index reagieren im Juni jedoch besonnen auf diese Entwicklungen.
Die Immobilienfachleute schätzen die aktuelle Lage zwar realistisch erneut etwas schlechter ein als noch im Vormonat. Die Verunsicherung und das mangelnde Vertrauen in die Finanzmärkte scheint in der Branche jedoch nicht so groß zu sein, wie in anderen Bereichen. Es lässt sich in diesem Monat daher kein panischer Einbruch erkennen. Der Ausgang der Parlamentswahl in Griechenland dürfte auch für eine gewisse Erleichterung gesorgt haben. Somit sollte das Land zumindest vorerst weiter Teil der Euro-Zone bleiben und eine Schockwelle in den Finanzmärkten verhindert worden sein.
Leichter Rückgang beim Immobilienklima
Das Immobilienklima ist im Juni zum dritten Mal in Folge gesunken. Mit einer Abnahme von -1,9 Prozent auf aktuell 119,2 Zählerpunkte ist der Rückgang jedoch vergleichweise gering und nur noch halb so stark wie im Mai (-3,9 %). Das Immobilienklima liegt somit wieder auf dem Niveau vom Dezember 2011. Die Abnahme resultiert hier zu größeren Teilen aus dem Rückgang des Investmentklimas (-2,8 %). Der Verlust beim Ertragsklima fällt mit -1,0 Prozent deutlich geringer aus.
Wohnsegment wieder im Aufwind
Nachdem das Wohnsegment zwei Monate in Folge leichte Verluste verbuchen musste, steigt dieser Klimawert im Juni wieder leicht um 1,3 Prozent auf aktuell 165,5 Zählerpunkte an. Hier zeigt sich erneut, dass dieses Segment im Zeitverlauf die allgemein stabilste Entwicklung aufweist. Anders verhält es sich beim Handelklima. Nachdem dieses im Mai überraschenderweise als einziges Segment Zuwächse verzeichnen konnte, sinkt es im Juni mit einer Abnahme von -4,0 Prozent auf 118,2 Zählerpunkte am stärksten. Das Büroklima folgt hingegen seit Februar 2012 einem Abwärtstrend. Der Rückgang von -2,4 Prozent fällt im Juni jedoch deutlich geringer aus als noch im Vormonat (-8,6 %).
Leichter Rückgang bei der Immobilienkonjunktur
Die Immobilienkonjunktur sinkt im Juni zum zweiten Mal in Folge. Der Rückgang fällt mit -1,7 Prozent etwas höher aus als noch im Vormonat (-1,0 %). Der Wert liegt aktuell bei 202,2 Zählerpunkten und somit ungefähr auf dem Niveau vom Dezember 2011. Immobilienklima und Immobilienkonjunktur stehen damit aktuell im Einklang.

