Erben lohnt sich laut einer Studie offenbar wieder: Erbschaften von mindestens 100.000 Euro steigen um 50 Prozent – Chance, ein Eigenheim zu erben, verdoppelt sich. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Allensbach-Studie unter rund 1.600 Befragten im Auftrag der Postbank. Künftig habe demnach mehr als jede fünfte Erbschaft in Deutschland einen Wert von über 100.000 Euro. “Das Erbvolumen wird drastisch und auf ein historisches Niveau steigen”, teilte Postbank-Vorstand Michael Meyer in Berlin mit.
Immobilienvermögen ist die treibende Kraft
Wesentlicher Treiber für das drastisch steigende Erbvolumen sind Immobilien. Laut der Studie werden Häuser, Grundstücke oder Wohnungen zukünftig in zwei von drei Nachlässen enthalten sein. „Die Wahrscheinlichkeit, ein Eigenheim zu erben, wird sich in Deutschland glatt verdoppeln“, erläutert Meyer. Zahlen aus amtlichen Statistiken stützen dies. So wird sich das Netto-Immobilienvermögen der ab 65-jährigen Deutschen in den kommenden 18 Jahren verdoppeln.
Erbvermögen ballt sich
Die Postbank Studie zeigt auch Unterschiede, die sich ergeben, wenn Personen mit Vererbungs-Plänen selbst bereits einmal Erbe waren. So schätzten diese Menschen ihren Nachlass fast doppelt so häufig auf einen Wert von 100.000 Euro und mehr wie die Menschen, die noch nie geerbt haben. Zudem besitzen drei Viertel von ihnen Immobilien. Unter allen Deutschen ist das nur zu 46 Prozent der Fall. „Unsere Studie zeigt, dass sich Vermögen durch Erbschaften sehr wohl ballt“, so Meyer.
Durch die große Anzahl der Deutschen, die etwas vererben wollen, werden diese Fälle insgesamt aber nicht das Gros der künftigen Erbschaften ausmachen. Meyers Gesamtfazit: „Wir sehen in Deutschland einen starken Gegensatz. Die Erbvolumen werden insbesondere durch Immobilien immer größer. Doch längst nicht in gleichem Maße ist das Wissen zum Thema da. Hier ist angesichts der gewaltigen Nachlass-Welle deshalb eine Informationskampagne nötig.“

