Bundesfinanzministerium räumt milliardenschweren Rechenfehler bei der Hypo Real Estate ein, Milliarden-Fehler bei HRE senkt Staatsschulden. Am gestrigen Samstagabend wurde bei der ARD-Unterhaltungsshow der “Klügste Deutsche 2011″ gewählt – er kommt allerdings nicht aus dem Bundesfinanzministerium. Denn das hat einen milliardenschweren Rechenfehler bei der sogenannten Bad Bank der Hypo Real Estate (HRE) eingeräumt, was der Bundesrepublik einen unverhofften Geldsegen beschert. Die dem Staat gehörende FMS Wertmanagement habe in ihren Bilanzen rund 55,5 Milliarden Euro falsch verbucht. Im Prinzip handelt es sich um keine ordentliche Buchführung – es wurde offenbar “plus” und “minus” verwechselt.
Aufgrund der fehlerhaften Buchungen ist der Staat von einem Tag auf den anderen um 55,5 Milliarden Euro weniger arm. Durch die Korrektur sinke auch der Schuldenstand Deutschland um 2,6 Prozentpunkte, von 83,7 Prozent auf 81,1 Prozent. Bundeshaushalt und Neuverschuldung seien aber nicht betroffen, da die Finanzierung der Schrottbank HRE über einen Sonderetat geführt werde.
Die milliardenschweren Buchungsfehler sind bereits im letzten Jahr angefallen, aber erst jetzt aufgefallen. Die SPD forderte von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls. “Das ist kein Betrag, den die schwäbische Hausfrau in einer Keksdose versteckt und vergisst”, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der Sozialdemokraten, Thomas Oppermann.
Die HRE war während der Finanzkrise 2009 mit dem Ziel verstaatlicht worden um einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern. Übrigens: Zum “Klügsten Deutschen 2011″ wurde gestern Abend ein 26-jähriger Student gekürt, der sich über eine Siegprämie von 100.000 Euro freuen darf …
