Schlecker: Aus für Drogeriemarktkette besiegelt

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01.06.2012 Autor: Kategorie: Schlagzeilen

Schlecker: Aus für Drogeriemarktkette besiegelt

Schlecker: Aus für Drogeriemarktkette besiegelt - Gläubiger stimmen für Abwicklung / Foto: (c) U. Koch

Schlecker muss schließen – Gläubiger beschließen Zerschlagung der bankrotten Drogeriemarktkette. Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker wird zerschlagen. Das entschied der Schlecker-Gläubigerausschuss am Freitag in Berlin, teilte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz mit. Der Gläubigerausschuss sehe demnach “keine Perspektive für die wirtschaftlich vertretbare Fortführung von Schlecker oder die Veräußerung des Gesamtkonzerns an einen Investor”. Die rund 13.500 verbliebenen Schlecker-Mitarbeitern erhalten somit vermutlich schon Ende Juni oder Anfang Juli die Kündigung.

Zuletzt gab es offenbar zwei potentielle Investoren für Schlecker: Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen und den US-Investor Cerberus Capital Management. Schlecker schreibt seit Jahren hohe Verluste. Laut dem Institut für Handelsforschung (IFH) gingen die Umsätze bei den Drogeriewaren zwischen 2005 und 2010 jährlich um 4,7 Prozent zurück. Bereits im März hatte Schlecker etwa 2.200 Filialen geschlossen, gut 10.000 überwiegend weibliche Mitarbeiter verloren ihren Job.

Unionsfraktionsvize Fuchs lehnt Hilfe für Schlecker-Mitarbeiter ab

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs hat indes zusätzliche staatliche Hilfen für die von Entlassung bedrohten Schlecker-Mitarbeiter abgelehnt. “Wir brauchen auch dann keine zusätzlichen staatlichen Maßnahmen, wenn Schlecker jetzt zerschlagen wird”, sagte Unionsfraktionsvize Fuchs der “Rheinischen Post” (Samstagausgabe). “Es gibt überall einen großen Bedarf an Arbeitskräften gerade im Handel. Ich bin deshalb sehr optimistisch, dass die Schlecker-Mitarbeiterinnen eine neue Stelle finden werden”, sagte Fuchs. “Der deutsche Arbeitsmarkt ist dank der robusten Konjunktur derzeit sehr aufnahmefähig”, sagte der CDU-Politiker.

Brüderle gibt Gewerkschaften Mitschuld am Ende von Schlecker

FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat den Schlecker-Frauen unterdessen sein Mitgefühl ausgesprochen und zugleich den Gewerkschaften eine Mitschuld für das Aus gegeben. “Wir haben Verständnis für die Sorgen und Nöte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schlecker”, sagte Brüderle dem Berliner “Tagesspiegel” (Samstagausgabe). Dass Schlecker jetzt pleite ist, liege zuallererst an unternehmerischen Fehlentscheidungen. “Aber auch die Gewerkschaften haben mit ihren wiederholten Aufrufen zum Käuferstreik bei Schlecker dazu beigetragen, dass die Marktposition von Schlecker gegenüber den Mitbewerbern geschwächt wird”, sagte Brüderle. (dts/uk)