Die Bürgschaft für die insolvente Drogeriekette Schlecker droht laut Medienberichten zu scheitern. Eine Bürgschaft aller 16 Bundesländer zugunsten von Schlecker-Transfergesellschaften ist offenbar gescheitert. Medienberichten zufolge werde derzeit an einer Mini-Bürgschaft aus Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Damit kann die insolvente Drogeriekette nicht mit dem KfW-Kredit in voller Höhe von 70 Millionen Euro rechnen. In Folge dessen kämen nur die betroffenen Mitarbeiter in den drei Bundesländern in Transfergesellschaften unter.
Am Mittwochmittag wurde das Schlecker-Insolvenzverfahren eröffnet. Zuvor hatten bereits einige Bundesländer ihr Nein zu einer Bürgschaft signalisiert. Darunter auch Niedersachsen und Sachsen. Sachsen bevorzuge statt einer Transfergesellschaft eine eigene Lösung mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Handelsverband des Landes. Diese seien “näher dran an dem Problem”, erklärte Wirtschaftsminister Sven Morlok. Von der Schlecker-Pleite sind über 5.400 Filialen betroffen. Davon haben am vergangen Wochenende etwa 2.200 geschlossen.
Martin Lindner, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, hat indes mögliche staatliche Hilfen für die insolvente Drogeriemarkt-Kette Schlecker heftig kritisiert. “Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid geht es nur um eine PR-Show für die SPD und sich selbst, aber nicht für Schlecker”, sagte Lindner dem “Handelsblatt” (Donnerstagsausgabe). ”Herr Schmid sollte eine selbstschuldnerisch haftende Bürgschaft unterschreiben, dann wäre das glaubhaft”, sagte Lindner. “Die Länder Niedersachsen und Sachsen müssen diesem ökonomischen Unsinn widerstehen und sich weiter den Hilfen verweigern”, forderte der FDP-Politiker. (dts/uk)

