Jeder dritte Unternehmer sucht vergebens einen geeigneten Nachfolger, der für ihn den Chefsessel übernimmt.
Das geht aus dem Unternehmensnachfolge-Report des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK) hervor, der der Tageszeitung “Die Welt” (Onlineausgabe) vorliegt. Im vergangenen Jahr wurden infolgedessen rund 1.800 Unternehmen mit über 23.000 Arbeitsplätzen aufgegeben. “Die Fachkraft Chef wird immer mehr zum Engpass”, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben gegenüber “Welt Online”. So sei jeder dritte potenzielle Firmennachfolger nur unzureichend qualifiziert, fast jeder zweite der auf den Chefsessel will unterschätze die Anforderungen der Firmenübernahme. Hinzu kommt, dass der demografische Wandel die Probleme noch verschärft, warnte Wansleben.
Jeder zweite Firmeninhaber würde seinen Betrieb am liebsten in den eigenen Reihen halten und einem Nachfolger aus der Familie übergeben. Doch in der Realität klappt dies nur bei etwas mehr als jedem dritten Unternehmen. Daher sollten die Unternehmer auch Alternativen bedenken, etwa den Verkauf an einen vertrauten Mitarbeiter oder an einen Existenzgründer, rät der DIHK.
Allerdings ist die Finanzierung für viele Gründungsinteressierte (59 Prozent) das größte Problem wenn es um die Unternehmensübernahme geht. Der Generationswechsel kann aber auch an überzogenen Preisvorstellungen des Firmenseniors scheitern. Bei 41 Prozent der Firmenchefs ist der Unternehmenspreis überhöht, das sind noch einmal fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Die DIHK-Studie basiert auf über 21.500 Kontakten von IHK-Experten mit Senior-Unternehmern und Existenzgründern, die an der Übernahme eines Unternehmens interessiert sind.
